Wenn man Poker im Heads up spielt, benötigt man dafür eine völlig andere Strategie, als man es von Tischen gewohnt ist, an denen 5 oder mehr Spieler teilnehmen. Um sich im Heads up gegen Konkurrenten durchzusetzen, sollte man sich an grundlegende Dinge halten, damit man eine Chance hat, gewinnen zu können. Man muss beispielsweise beachten, dass man im Heads up bei wirklich jeder Hand in den Blinds ist, das heißt, in jeder Runde bringt man einen Mindesteinsatz. Spielt man hier so tight wie in an den Mehrspielertischen, wird man sehr schnell ausgeblindet und geht als Verlierer vom Tisch. Man darf also nicht viele Starthände folden und auf ein Top Pair warten, dadurch wird man garantiert verlieren. Man überlässt in diesem Fall seinen Stack freiwillig dem Heads up-Konkurrenten.
Worum es beim Heads up geht
Beim Heads up geht es in erster Linie darum, so viele Blinds zu stehlen, wie irgendwie möglich. Gleichzeitig muss man, wenn man eine starke Starthand erhält, seinen Gegner in eine Falle locken. Auf jeden Fall ist es wichtig, Heads up-Erfahrung zu sammeln. In den Lobbys der meisten Pokerraumanbieter findet man eine spezielle Kategorie für Heads up-Tische, an denen man spielen sollte, um möglichst viel Erfahrung sammeln zu können. Im Bereich der Mikroeinsätze findet man hier einige Gegner, die nicht ganz so stark sind, sodass man nicht unbedingt Gefahr läuft, seine ganzen Chips zu verlieren. Wann man dabei bluffen sollte, hängt eher vom Spielrhythmus als von den Händen ab. Es reicht normalerweise nicht aus, auf beispielsweise As/König oder hohe Pocketpairs zu warten. Jedes Pocketpair und jedes einzelne As ist im Heads up schon eine starke Hand, dabei ist es egal, welche Karte den Kicker darstellt. Das Verbesserungspotenzial wie von beispielsweise Suited Connectors, verliert einiges an Relevanz beim Heads up. Man bekommt eher selten Pot Odds vom Gegner geboten, sodass man ausrechnen könnte, ob sich der Kauf einer neuen Karte lohnen würde oder nicht.
Der Bet oder Raise müssen überzeugend genug sein, den Gegner glauben zu machen, man hätte eine starke Hand (man beachte, dass beim Heads up Bluffs die Regel sind und keine Ausnahme). Ein aggressives Spiel, raises und reraises führen zu einem gewissen Vorteil, solange der Gegner nicht in der Lage ist, diese Situation für sich zu nutzen.
Was macht man, wenn man einem solch aggressiven Spieler gegenübersitzt?
Spielerische Aggression kann man nur sehr selten durch eigene, noch aggressivere Spielweise kompensieren. Häufig enden solche aggressiven Spiele in einem All-In, bei dem es dann nur noch auf Glück ankommt. Bemerkt man also, dass der Gegner bei jedem Raise mit einem Reraise antwortet, sollte man vorübergehend ein paar Gänge zurückschalten. Dabei wird dann öfter gecheckt, und wenn man erhöht, dann deutlich kleiner. Beschert einem der Dealer dann eine passende Starthand, kann man aufdrehen und entsprechend aggressiv bieten und raisen. Erhält man diese starken Starthände dann nicht, bleibt einem in der Regel nichts anderes übrig als Folgendes zu berücksichtigen:
Man weiß, dass wirklich gute Anfangskarten eher selten sind. Man weiß auch, dass einem 2 von 3 Flops nicht weiterhelfen. Wenn sich der Gegenspieler daran gewöhnt hat, dass man selbst sehr zurückhaltend spielt und seine Karten foldet, wenn man keine guten auf der Hand hat, dann hat ein plötzlicher Raise eine großartige Wirkung auf den Gegner. Er wird erwarten, dass man eine gute Starthand bekommen hat. Dazu ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegenspieler selbst eine gute Starthand getroffen hat, eher gering. Sollte jedoch der unerwartete Fall eintreten, dass der Gegenspieler doch starke Startkarten erhalten hat und im Flop dann auch noch ein Set oder Ähnliches trifft, hat man im Grunde einfach nur Pech. Das gehört zum Pokerspiel dazu.
Was ist wichtig?
Es ist immer wichtig, Bets und Raises nur so hoch anzusetzen, dass man erreicht, was man damit bezweckt. Und was bezweckt man beim Heads up? Es gibt nur ein Ziel: Der Gegner soll folden. Spielt der Gegenspieler merklich zurückhaltend und foldet, sobald man ein Drittel seines Pots bietet, gibt es keinerlei Anlass, mehr dafür einzusetzen, als dieses eine Drittel. Sollte ein Gegenspieler dagegen die Bets konsequent callen, ist von höheren Bets normalerweise dringend abzuraten. Wenn dieser Fall eintreffen sollte, reduziert man seine eigenen Angriffe auf Situationen, in denen der Flop Gewinn verspricht.














